Forschungsprojekt 1

Zellbiologische- und Proteinexpressionsuntersuchungen an Adipozyten

von Lipödem Patientinnen im Vergleich zu gesunden Patientinnen

 

Zielsetzung: Die Ursache des Lipödems ist bisher unbekannt. Eine genetische Komponente wird aufgrund von positiven Familienanamnesen angenommen, sowie eine hormonelle Komponente aufgrund der fast ausschließlich weiblichen Patientinnen und einem Ausbruch der Krankheit bzw. deren Progression in den Phasen der hormonellen Umstellungen. Darüber hinaus ist eine gewisse „Gefäßfragilität“ bei Lipödem-Patientinnen auffällig, welche schon bei leichten Traumata zu Hämatomen an den Extremitäten führen kann. Aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Daten zur Pathogenese des Lipödems, war es das Ziel dieser Studie, die molekulare Ätiopathogenese dieses Krankheitsbildes zu beleuchten.

 

Methodik: Die Lipoaspirate aus dem mediolateralen Oberschenkelbereich von 10 Lipödempatientinnen wurden mittels Power-assisted-Liposuction (PAL) gewonnen. Als Vergleichsgruppe dienten Lipoaspirate von 10 Patientinnen ohne Lipödem (ästhetische Indikation) aus derselben anatomischen Region. Aus den Lipoaspiraten wurden mesenchymale Stammzellen (MSC) isoliert und kurz zwischenkultiviert. Danach erfolgte die Differenzierung der gewonnenen Adipozyten und die quantitative Messung der exprimierten Faktoren mittels ELISA.

 

Ergebnisse: Es zeigte sich eine signifikant erhöhte Proteinexpression von pro-inflammatorischen Faktoren und einen signifikanten Unterschied in der Differenzierung der Adipozyten im Vergleich zu den Kontrollgruppen. Bestimmte Schlüssel Faktoren war in den Überständen der Zellkulturen der Lipödem Zellen signifikant verringert. Ebenfalls bei den metabolischen Faktoren ergaben sich Unterschiede.

 

Schlussfolgerung: Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es sich bei dem erkrankten Fettgewebe von Lipödem Patientinnen um Prä-Adipozyten handelt, die sich in Differenzierung und Proteinexpression unterscheiden von Prä-Adipozyten aus Fettgewebe von Patientinnen, die nicht an Lipödem erkrankt sind.