LIPO-EXPERT Konzept

 Ganzheitliches nachhaltiges Behandlungskonzept für Lipödem Patienten

Therapie & langfristiges Glück beim Lipödem

Es wird derzeit unterschieden in eine konservative und eine operative Therapie des Lipödems. Da eine kausale Therapie derzeit nicht möglich ist, können mit beiden Ansätzen nur die Problematik verbessert werden, die Ursache bleibt weiterhin unklar. Das Ziel der konservativen Therapie ist die Entlastung der Extremitäten von überschüssiger Lymphflüssigkeit durch Kompression und Lymphdrainage. Dadurch lässt sich häufig eine deutliche Schmerzreduzierung erzielen. Die operative Therapie hat sich in Studien als nachhaltige Verbesserung der Problematik dargestellt mit einer signifikanten Schmerzreduktion, weniger bis gar kein Bedarf an Kompressionsbekleidung und Lymphdrainage. Des Weiteren normalisiert sich nach der Liposuktion der Stoffwechsel der betroffenen Patientinnen und die Mobilität erhöht sich deutlich, sodass eine weitere Gewichtsabnahme nach der Operation möglich ist. Dennoch wird das Lipödem als chronische Erkrankung bezeichnet, da ein Leben lang auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung geachtet werden muss, am Besten mit einer kohlenhydratreduzierten Ernährungsform.

Ernährungstips

Wusstet ihr, dass der Darm eine große Rolle im Lymphsystem spielt? Zum Beispiel können undichte Lymphgefäße durch Nahrungsmittel positiv beeinflusst werden, die entzündungshemmend (anti-inflammatorisch) wirken. Da sich im Körper und im erkrankten Fettgewebe dauerhaft eine inflammatorische Reaktion (Entzündungsreaktion) ergibt, die durch undichte Lymphgefäße verschlechtert wird, sollte auf eine anti-inflammatorische Diät geachtet werden. Berichten zufolge ist eine kohlenhydratreduzierte, anti-inflammatorische Diät am effektivsten um Gewicht zu verlieren und Gewicht zu halten nach einer Liposuktion bei Lipödem. Was ist eine entzündungshemmende (anti-inflammatorische) Ernährung überhaupt?

 

Wir alle wissen, dass Entzündungen auf der Hautoberfläche durch lokale Rötung, Hitze, Schwellungen und Schmerzen gekennzeichnet sind. Entzündung ist nicht grundsätzlich eine schlechte Sache. Im Gegenteil - es ist der Eckstein der Heilungsreaktion des Körpers. Eine Wundheilung wäre ohne eine entzündliche Reaktion des Körpers nicht möglich. Also, Entzündung ist Aktion. Unser Immunsystem initialisiert eine sehr alte Orchestrierung von Faktoren, die etwas in unserem Körper verändern können. Aber wenn die Entzündung fortbesteht oder keinen Zweck erfüllt, schädigt sie den Körper und verursacht Krankheit. Es ist daher allgemein bekannt, dass Stress, Bewegungsmangel, genetische Veranlagung und die Exposition gegenüber Toxinen alle zu einer solchen chronischen Entzündung beitragen können, aber auch die Wahl der Ernährung spielt eine große Rolle. Es gab mehrere Versuche von Ernährungswissenschaftlern, eine "entzündungshemmende Diät" zu definieren, die sich aber darin widerspiegelt, dass es eine sehr saubere und gesunde Art des Essens ist - „clean eating“.

 

Studien haben gezeigt, dass die Einschränkung der Kohlenhydratzufuhr bei Personen mit Stoffwechselstörungen die Insulinsensitivität, den Blutdruck, die mikrovaskuläre Funktion und die zellulären Adhäsionsmarker verbessert. Fett ist nicht prinzipiell böse. Fett ist wichtig für normales Wachstum und Entwicklung und liefert auch Energie, schützt unsere Organe, erhält Zellmembranen aufrecht und hilft dem Körper Nährstoffe aufzunehmen und zu verarbeiten. Noch besser, es hilft dem Körper, wieder hergestelltes Fett zu verbrennen.

So ist Fett absolut erforderlich für Reparatur- und Renovierungsarbeiten in jeder Zelle zu jeder Zeit. Die alten Zellen sterben ab und werden durch neue ersetzt. Dies ist die Grundlage für die Aufrechterhaltung der Struktur und Funktion des gesamten Körpers. Und für diese Reparaturarbeiten werden Baumaterialien benötigt, ähnlich wie Häuser gebaut werden. Die meisten der Baumaterialien können durch den Körper selbst hergestellt werden, jedoch nicht durch sogenannte essentielle Nährstoffe, z.B. essentielle Aminosäuren und essentielle Fettsäuren. Diese müssen von Lebensmitteln aufgenommen werden. Beispielsweise L-Arginin: das ist eine semi-essentielle Aminosäure, die zu gesunden Gefäßen beiträgt und bei Entzündungskrankheiten reduziert ist. Quellen für L-Arginin sind zum Beispiel Eier, Linsen, Nüsse und nitrit- und nitrathaltige Lebensmittel, Blattgemüse. Essenzielle Fettsäuren stecken vor allem in Lachs, hochwertigen Ölen, Avocados und Nüssen. Um eine anti-inflammatorische Diät zu verfolgen sollte man auf verarbeitet Fertig-Nahrungsmittel, künstlichen Zucker und frittierte Speisen komplett verzichtet werden.

 

In Kürze werde ich eine ernährungswissenschaftliche Studie durchführen mit dem Ziel einen optimale ausgewogenen gesunden Ernährungsleitfaden für Lipödem Betroffene zu definieren. Die Ergebnisse werde ich dann im Newsletter an alle Lipo-Expert Club Mitglieder versenden und auf www.lipo-expert.com publizieren.

Nahrungsergänzungsmittel

 

Inhalt folgt in Kürze!

Hierfür wird in 2018 eine wissenschaftliche Studie durchgeführt. Die Ergebnisse werde ich dann im Newsletter an alle Lipo-Expert Club Mitglieder versenden und auf www.lipo-expert.com publizieren.

Hilfsmittel

Kompressionstherapie

Bei Lipödem Patientinnen ist das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen ist entscheidend für den Langzeiterfolg. Dabei unterscheidet man in der Fachwelt sogenannte Rundstrick-von Flachstrick Kompressionsstrümpfen, wobei die Rundstrick Ware sich für Patientinnen mit Venenleiden eignen und die Flachstrick Ware für die Lymphödem- und Lipödem Patientinnen. Die maßgefertigten Strümpfe sollten individuell ausgemessen und angefertigt werden und der Tragekomfort sollte hoch sein, da die Strümpfe bis zu 12 h am Tag getragen werden sollten. Somit kann eine zunehmende Schwellung der Beine im Laufe des Tages verhindert werden.

Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine speziell entwickelte Massageart, um die Transportfähigkeit des Lymphgefäßsystems zu verbessern und damit den Abtransport der Flüssigkeitsansammlungen zu ermöglichen. Sie ist besonders wichtig, wenn es sich um eine Kombination aus Lip- und Lymphödem handelt. Es werden kreisende Bewegungen mit sanftem Druck auf die Lymphbahnen durchgeführt. Empfohlen wird die manuelle Lymphdrainage 1-2 Mal pro Woche. Mittlerweile gibt es auch Geräte für den Eigengebrauch zuhause, die mit luftgepolsterten Kammern die Bewegungen des Lymphtherapeuten nachahmen. Der Einsatz sogenannter entwässernder Mittel (Diuretika) ist in aller Regel bei Lipödem-Betroffenen kontraindiziert, also definitiv nicht zu empfehlen, da diese Medikamente nur bei Ödemen bei Herzkrankheiten oder Niereninsuffizienz verwendet werden dürfen und beim Lipödem keinerlei Wirkung zeigen.

Lipödem Liposuktion = Fettabsaugung

Lipödem Liposuktion

Ziel der Liposuktion (in Tumeszenz Technik) ist die Verringerung des erkrankten Fettgewebes an Beinen und Armen, wodurch das Gewebe erheblich entlastet wird. Die Operationen sind mit ästhetischen Liposuktionen nicht zu vergleichen, da es sich hierbei um Maxi-Liposuktionen handelt, bei denen bis zu 10 Liter Fett pro Sitzung in Vollnarkose abgesaugt werden. Gleichzeitig kann im Anschluss an die Liposuktion eine Hautstraffung mittels Laser oder Microneedling stattfinden. Teilweise werden so große Mengen an erkranktem Fett entfernt, dass sogar eine chirurgische Hautstraffung in einer weiteren Operation notwendig wird.

Die Vollnarkose und der Volumenverlust sind für den Körper sehr belastend. Nicht selten kommt es zu Kreislaufproblemen und Blutarmut nach der Operation. Der typische Lipödem Schmerz kann allerdings fast vollständig reduziert werden und nach der Operation bemerken die Patientinnen schon eine deutliche Verbesserung des Schmerzcharakters. Für bis zu 6 Wochen müssen Kompressionsbekleidung getragen werden und eine postoperative Lymphdrainage ist empfehlenswert für eine schnelle Regeneration und Heilung des Gewebes. Die konservative Therapie ist anschließend entweder gar nicht mehr oder nur noch in reduziertem Umfang notwendig. Die Lebensbehandlungskosten und -zeiten können dadurch entscheidend reduziert werden. Die Bein- und Armform kann in vielen Fällen weitgehend normalisiert werden. Obwohl bereits in etlichen Langzeitstudien (Baumgartner et al. 2015, Rapprich et al.2 010, Dadras et al. 2017) die Wirksamkeit der Liposuktion bei Lipödem gezeigt werden konnte und auch die Tatsache, dass das abgesaugte Fett nicht zurück kommt an denselben Stellen, werden die Kosten der Liposuktion von den Krankenkassen bisher noch nicht übernommen.

Fitness

 

Als geeignete Sportarten haben sich Schwimmen, Aquajogging, Spazierengehen, Langlaufen, Walking oder Nordic Walking bewiesen. Bei allen Wassersportarten hilft der höhere Druck des Wassers gegenüber jenem der Luft, so dass viele Lipödem Patientinnen den Wassersport als wohltuend und sehr hilfreich empfinden. Abgesehen von Wassersportarten sollte jeglicher Sport unbedingt mit der Kompressionsbekleidung ausgeführt werden, da es ansonsten sogar zu einer Verschlechterung des Ödems und der Schmerzen in den Beinen kommen kann. Die Flachstrickversorgung ist unter Bewegung besonders effektiv und wirksam, so dass es beim Sport zu einem zusätzlichen Entstauungs- und Massageeffekt kommt. Viele Betroffene berichten auch von Gelenkschmerzen beim Sport vor allem vor der Operationen. Diese sollten Sportarten mit abrupten Bewegungen wie zum Beispiel Tennis oder Kontaktsportarten vermeiden und stattdessen Gymnastik und Wassersport betreiben.